Nuhr Widersprüche

Ich mag Nuhr, insbesondere auch seine Themenauswahl, wie Philosophie, Hirnforschung. Und eigentlich sollte hier zu letzterem jetzt ein Beispiel von youtube folgen, aber das Video ist rausgenommen worden.

Vielleicht deswegen habe ich sein Buch „Gibt es intelligentes Leben“ geschenkt bekommen. Neben einigen guten Sachen, von denen das eine oder andere vielleicht in einem anderen Blogeintrag aufgegriffen wird, empfinde ich es als Widerspruch, wie er den Kapitalismus beschreibt bzw. einordnet (Und diese Beschreibungen sind in meinen Augen nicht ironisch gebrochen in der Hinsicht, dass sie das Gegenteil meinen):

Wir sollten den Kapitalismus gestalten, anstatt über Alternativen nachzudenken, die dann in Burma enden (159)

Und warum ist das so? Der Kapitalismus ist urtümlich menschliches Verhalten oder:

Der Kapitalismus ist ein menschliches Urverhalten – und steht als solches nicht zur Disposition (158)

Gerade weil er oft philosophisches Kabarett macht, finde ich es schade, dass er hier einen naturalistischen Fehlschluss begeht. Aus einer Ist-Situation (über die man immer noch streiten könnte, aber brauchts hier gar nicht) leitet er mal einfach einen gewünschten Soll-Zustand ab.

Nuhr widerspricht sich m.E. aber auch selber, denn in seinem Kapitel über Natur feiert er die Kultur oder Künstlichkeit des Menschens:

Seit der Mensch unnatürlich lebt, hat sich seine Lebenszeit vervielfacht. Natürlichkeit führt zu frühem Tod und Parasitenbefall. Wir leben besser in der Künstlichkeit (144f).

Etwas natürliches muss nicht immer etwas Gutes sein (146)

Schade, gerade weil Nuhr in seinen Beobachtungen und Urteilen sonst meist präzise und scharfsinnig ist.

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2 Antworten to “Nuhr Widersprüche”

  1. tischl Says:

    „…Nuhr widerspricht sich m.E. aber auch selber, denn in seinem Kapitel über Natur feiert er die Kultur oder Künstlichkeit des Menschen:

    – Seit der Mensch unnatürlich lebt, hat sich seine Lebenszeit vervielfacht. Natürlichkeit führt zu frühem Tod und Parasitenbefall. Wir leben besser in der Künstlichkeit (144f).

    – Etwas Natürliches muss nicht immer etwas Gutes sein (146)…“

    Frage: Worin liegt denn der Widerspruch?

  2. blavont Says:

    Der Kapitalismus soll akzeptiert werden, weil er naturhaft zum Menschen gehört. IN den anderen Zitaten spricht er sich gegen die Natürlichkeit und für die Künstlichkeit/Kultur aus.

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